Sharing is caring!

Ist meins auch Deins? Ein Blick hinter die Kulissen der Sharing Economy.

Läutet der Aufstieg der Sharing Economy, also der Ökonomie des Teilens, wirklich das Ende der Arbeit ein und ist damit die größte Gefahr für Hotellerie und deren Millenial-Reisenden? Das möchten wir gerne von Ihnen, liebe Leserschaft, wissen – aber bitte bleiben Sie beim Lesen der nächsten Zeilen Ihrem Hotellerie Hintergrund treu.

Was bedeutet Sharing Economy denn nun eigentlich? Wir haben nachgeforscht und eine Definition von PWC gefunden, die besagt, dass die Sharing Economy Individuen und Gruppen die Möglichkeit bietet, Geld mit wenig genutzten Posten zu erwirtschaften. Diese Posten werden als Service angeboten, im Gegenzug zu finanziellen Leistungen. Die prominentesten Beispiele aus der Welt der Dienstleistungen sind sicherlich Uber, CouchSurfing und Airbnb. Diese haben mit relativ simplen Ideen die Spitze der Unternehmensrangliste erreicht. So macht Airbnb zurzeit einen Jahresumsatz von gerade unter 1 Milliarde US-Dollar. Doch was machen diese Plattformen soviel besser und profitabler als andere?

Airbnb erreicht gezielt die Bedürfnisse der Millenials. Dazu zählen unter anderem der Wunsch, neue Kulturen und den Gastgeber kennenzulernen, neue Freundschaften zu schließen und „so richtig, wie die Einheimischen“ zu leben. Durch die Bereitstellung einer einfach zu nutzenden Plattform, die international Angebote bereithält, wurde aus einer der ältesten Industrien eine hippe Geschäftsidee, die von 2008 an die Hospitality Branche revolutioniert hat. Aus den drei Jungs, die damals ihre Miete nicht zahlen konnten und bemerkt haben, wie rar Hotelzimmer während einer großen Design Konferenz waren, worauf sie ganz einfach ihre Luftmatratze inklusive Frühstück vermietet haben, ist mittlerweile eine imposante Firma geworden.

Aber jetzt mal im Ernst: ist Airbnb wirklich eine Bedrohung für die Hotellerie? Auch wenn hier viele zustimmend nicken würden, die Fakten sprechen noch(!) dagegen. Bisher wird Airbnb zumeist von Generation X und jünger genutzt, die dazu auch längere Aufenthalte buchen, als das bei dem durchschnittlichen Hotelgast der Fall ist. Der große Unterschied liegt in der Dienstleistung bei Airbnb (kaum vorhanden) und der Hotellerie (mehr, als man je brauchen würde). Schlussendlich muss der Reisende entscheiden, inwieweit er Komfort einbüßen kann und will. Denn je mehr Dienstleistungen und Freiheiten man als Hotelgast erwartet, desto größer wird das Loch in der Brieftasche. Aber keine Angst, wir fangen jetzt nicht auch noch von Revenue Management an. Das Entscheidende ist doch, dass zwei verschiedene Marktteilnehmer ähnliche Dienstleistungen anbieten, die einen zumeist verschiedenen Markt anstreben.

Da die Kunden der Hotellerie zum Großteil schon mindestens die 30 erreicht haben, liegt es jetzt an den Hotels zu realisieren, was die jüngeren Generationen antreibt: einzigartige Erfahrungen mit Freunden und einen persönlichen Aufenthalt. Und lassen Sie uns gar nicht erst vom Konzept der Luxushotellerie anfangen (genau, deren Luxus) – „meins“ kann auch „Deins“ sein und das wissen Sie ganz genau.