Ich kann dich hören!

Spracherkennung & mehr. Herzlich Willkommen, Ian Millar – Senior Lecturer an der Ecole hôtelière de Lausanne

Sprechen. Wir tun es den ganzen Tag. Manche natürlich mehr als andere. Im Durchschnitt, spricht ein Mensch um die 150 Wörter pro Minute, verglichen mit 40 Wörtern pro Minute beim Tippen auf einer Tastatur oder der mittlerweile alltäglichen Spracherkennung, welche besonders auf mobilen Geräten genutzt wird! Bis vor geraumer Zeit, waren die Anwendungen dieser Geräte von Genauigkeit, Akzenten und Sprachkompatibilität geprägt und brauchten einiges an Rechenleistung. Mittlerweile gehört die Genauigkeit der Spracherkennung zum Alltag und viele der großen Industrievertreter garantieren eine bis zu 90%ige Genauigkeit.

Apple’s Siri ist bis dato der Meister unter allen Spracherkennungssoftwares, jedoch wird die Spracherkennung allgemein zunehmen: laut Google werden bis 2019 50% aller Websuchen mithilfe von Spracherkennung durchgeführt. Der CEO von Google, Sundar Pichai, verkündete in seiner Grundsatzrede 2016, dass schon jetzt 20% aller Suchen via Spracheingabe ausgeführt werden. Als chinesische Alternative zu Google hat inzwischen auch die Popularität von Baidu zugenommen, überwiegend wegen des ausführlichen Mandarin Alphabets (mit über 3000 Figuren).

Auch Amazon’s Alexa (Amazon Echo) entwickelt sich konstant weiter und verbessert mithilfe von „learning by doing“ die Fähigkeit, Dialekte und Akzente besser zu verarbeiten. Auch wenn Alexa mittlerweile beim Abspielen von Musik und dem Verstehen von Rezepten unterstützen kann, spricht Alexa kein Mandarin. Das vor kurzem angekündigte Google Home, ermöglicht sogar Sprachantworten von Google zu erhalten, während WhatsApp schon jetzt täglich 200 Millionen Sprachmemos verschickt. Und hier kommt der Neue (bitte das Lachen verkneifen!): mit LingLong’s DingDong Gerät aus China (ob die Marketing-Abteilung vor der Namensgebung gefragt wurde, ist nicht überliefert!), wird ein hochmoderner und dem Mandarin geläufiger Spracherkennungsassistent auf den Markt gebracht.

Die Statistiken sprechen für sich. Spracherkennung ist gekommen, um zu bleiben. Aber welche Rolle kommt dem Ganzen in der Hospitality Branche zu? Meiner Ansicht nach passiert schon sehr viel…und es wird immer mehr. Als Betreiber und Bedienungspersonal, verlassen wir uns oft auf Handys und Walkie-Talkies, jedoch sind diese Geräte nur analog. Intelligente Spracherkennung ist schon jetzt eine sich verbreitende Technologie in der Branche. Eine internationale Quick-Service Kette hat diese Technologie bereits eingesetzt. Der Bestellungsprozess beim „Drive-Thru“ wurde mithilfe von Spracherkennung verschlankt und hat schon jetzt gute Resultate erzielt. Auch Starwood (bitte nicht mit Starbucks verwechseln!) unterstützt diese Theorie in deren Room Service Bestellungen und Spa Reservierungen mithilfe von Amazon Echo und Spracherkennung.

Stellen Sie sich vor, wie frühere analoge Prozesse durch Spracherkennung die Branche verändern und verbessern können. Wer von Ihnen hat schon eine Inventur mitmachen müssen…?! Bewaffnet mit Clipboard und Stift, kämpft man sich zählend durch das Lager und muss danach noch alles in Excel erfassen. Was für eine Tortur! Stattdessen kann mithilfe von Spracherkennung der Prozess vielfach digital verschlankt werden. Stellen Sie sich vor, wie Sie stattdessen das erfasste Inventar per Spracheingabe an Ihren Computer senden, der dann automatisch den Bestand erfasst und entsprechend Neuware bestellt. Ich könnte noch ewig weiter die Vorteile aufzählen, aber das reicht für heute – die Pluspunkte dieser Technologie sprechen für sich (im wahrsten Sinne des Wortes)!

Bleiben Sie neugierig & in Kontakt – vielen Dank, dass Ihr mir die Möglichkeit gegeben haben, einmal bei Euch vorbeizuschauen!

Ian Millar

Ian Millar ist seit mehr als 15 Jahren Professor an der Universität Ecole hôtelière de Lausanne in der Schweiz, und ein aktiver Mitglied in der Hospitality Financial & Technology professionals (HFTP)-Organisation. Seine Determination für Innovation und Technologie in der Hotellerie machen Ihn zu einem regelmäßigen Vorträger und Dozent in diesem Umfeld, und seit kurzem ein Mentor für Technologe Start-Ups.